Österreichs Gletscher im Rückzug: Was der Gletscherbericht 2024/25 zeigt
Der Gletscherbericht 2024/25 des Österreichischen Alpenvereins zeigt einen deutlichen Rückzug: 20,3 Meter im Schnitt, die Pasterze zerfällt weiter. Ein ruhiger Blick auf die Zahlen.
Als jemand, der die österreichische Bergwelt seit vielen Jahren beobachtet, habe ich gelernt, hinter die Postkartenbilder zu blicken. Unsere Gletscher sind stille Zeugen des Klimas, und was sie uns 2026 erzählen, stimmt nachdenklich. Der aktuelle Gletscherbericht des Österreichischen Alpenvereins zeichnet ein klares Bild: Der Rückzug des Eises geht weiter, und zwar deutlich.
Ein deutlicher Rückzug
Im Gletscherhaushaltsjahr 2024/25 zogen sich die 79 Gletscher, die in beiden Jahren vermessen wurden, im Schnitt um 20,3 Meter zurück. In der 135-jährigen Geschichte des Gletschermessdienstes des Alpenvereins ist das der achthöchste Wert überhaupt. Solche Zahlen sind nicht abstrakt, sondern beschreiben Landschaften, die sich vor unseren Augen verändern und für immer anders aussehen werden.
Die Pasterze zerfällt
Besonders eindrücklich ist die Lage an der Pasterze, dem größten Gletscher Österreichs. Ihre Zunge sank von 2024 auf 2025 um 7,3 Meter ab, und rund 12,4 Millionen Kubikmeter Eis schmolzen weg. Das entspricht einem Eiswürfel mit einer Kantenlänge von 231,5 Metern. Der Zerfall der Gletscherzunge macht die Folgen des Klimawandels an einem einzigen Ort greifbar und sichtbar.
Die größten Verluste
Die stärksten Einbußen verzeichneten laut dem Bericht 2024/25 der Alpeiner Ferner in Tirol und das Stubacher Sonnblickkees in Salzburg. Beide Gletscher zogen sich um mehr als hundert Meter zurück. Solche Rekordwerte an einzelnen Zungen zeigen, dass es nicht um langsame, kaum merkliche Veränderungen geht, sondern um einen beschleunigten Prozess, der ganze Talschlüsse prägt.
Mehr als nur Eis
Für mich sind Gletscher weit mehr als Eis. Sie speichern Wasser, prägen das Landschaftsbild und sind ein wichtiger Teil der alpinen Wasserwirtschaft. Wenn sie schwinden, verändern sich Bäche, Böden und Lebensräume. Auch der Tourismus und die Menschen in den Bergregionen spüren diese Entwicklung. Ein Gletscher, der verschwindet, hinterlässt eine Lücke, die sich nicht so schnell füllen lässt.
Mein ruhiger Blick
Trotz der ernüchternden Zahlen versuche ich, einen ruhigen Blick zu bewahren. Der Bericht ist keine Weltuntergangsstimmung, sondern eine sorgfältige, jahrzehntelange Messung, die uns hilft, die Lage nüchtern einzuordnen. Genau darin liegt sein Wert: Er macht Veränderung messbar. Die eigentliche Aufgabe wird sein, aus diesem Wissen einen bewussteren Umgang mit unseren Bergen abzuleiten.





